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Oldtimergutachten

Eine Ehe kann man sorgfältig anbahnen – oder sich spontan fürs Leben verlieben. Ähnlich verhält es sich bei der Liebe zum Oldtimer. Manch einer sucht jahrelang akribisch nach dem Traumwagen. Ein anderer wartet geduldig, bis ihm der richtige über den Weg fährt und das Kribbeln im Bauch von selbst losgeht.

„Beides hat seine Vorteile“, sagt Marcus Findeisen und lächelt ein wenig verschmitzt. „Letztlich kommt es darauf an, welches Fahrzeug zu Ihnen passt!“ Dabei zählten Stil und Geschmack so viel wie das Budget, „und zwar auf lange Sicht!“ Nicht zuletzt müsse sich der Oldtimerfan entscheiden, ob er einen alltagstauglichen Klassiker mit ein paar Fältchen im Gesicht fahren wolle – oder ein perfekt wiederhergestelltes Investitionsobjekt. In allen Fällen gelte aber: Oldtimer-Glück lässt sich planen.

Ein Traum, ein Wagen und viele Fragen

Der Kfz-Sachverständige aus dem Kölner Süden weiß, wovon er spricht. Sein eigener Traumwagen, ein Mercedes 180, Baujahr 1961, hatte achtzehn Jahre fast vergessen in einer Scheune gestanden, als ihm ein Kunde das Erbstück eher beiläufig anbot. Die Fahrzeughistorie stimmte. Der Preis auch, befand Findeisen, fuhr in die Pfalz und griff zu.

Der angerostete Wirtschaftswunder-Benz hielt, was er versprochen hatte. Allerdings wurde dem Ingenieur bewusst: So eine Restauration ist bei aller Freude und Begeisterung kein Spaziergang. Wie komme ich an längst ausgelistete Originalteile? Wo kennt man sich noch aus mit Antriebswellen, Achsaufhängungen und Anlassern aus den fünfziger Jahren? Und wer, beim heiligen Christophorus, fertigt mir diese genialische Frontscheibendichtung mit Holzinlay, von der selbst erfahrene Werkstattprofis noch nie gehört haben? So und ähnlich lauteten die Fragen, die plötzlich im Raum standen.

Erfahrung, Kontakte und bloß nicht zuviel Chrom

Jetzt kam dem Profi sein Netzwerk aus zwei Jahrzehnten Berufserfahrung zugute: Sammler, Markenexperten, professionelle Tüftler, zum Teil eingetragen in geschlossenen Branchendatenbanken. Und nicht zu vergessen ein spezialisierter Sattler. Schließlich ist das durchgehende Faltdach des Pontons ein echter Hingucker.

Das Know-how aus vielen Oldtimer-Gutachten tat ein Übriges. So warnt der Experte etwa vor übertriebenem Eifer beim Erneuern: „Leichte Patina auf Chromteilen oder abgewetzte Ledersitze sind ein wertbildender Faktor!“, betont Findeisen. Gebrauchsspuren zeigten Fachleuten, dass es sich um ein originales oder sehr behutsam restauriertes Fahrzeug handele. Einmal musste der Sachverständige sogar einen Wertverlust diagnostizieren, weil die Stoßstange eines Klassikers nach einem Unfall neu verchromt worden war. Neu ist eben nicht immer besser.

Findeisens Mercedes ist fast fertig – und demnächst deutlich mehr wert als sein Eigentümer für Anschaffungs- und Restaurierungskosten aufgewendet hat. Aus dem Spezial-Know-how ist unterdessen ein neuer Geschäftszweig des Sachverständigenbüros erwachsen. Von der Kaufberatung über die Vorbegutachtung historischer Fahrzeuge bis zur Importabwicklung und Vermittlung von Restauratoren bietet das Unternehmen mittlerweile die ganze Palette von Dienstleistungen rund um den Oldtimer an. Überseetransport und fachmännische Einlagerung inklusive.

Erhaben historisch oder Geschichte zum Anfassen

Wie eng das Verhältnis zum historischen Blech wird, entscheidet jeder Liebhaber selbst. Wer es sich leisten kann und will, stellt seinen automobilen Zeitzeugen warm und trocken unter. Und besucht das Auto dann und wann, ausgestellt auf einem roten Teppich, mit familiy and friends zum Champagner-Empfang. Das Team Findeisen erfüllt auch ausgefallene Wünsche.

Luxuriös oder einige Nummern kleiner – auf die Leidenschaft kommt es an. Für einen Freund der Firma suchen sie in der Szene gerade einen Youngtimer. Späte sechziger, frühe siebziger Jahre. Italienisch oder französisch: zweitrangig. Bloß kein Coupé, eine Limousine muss es sein. Die Marke: nicht so wichtig. Hauptsache der legendäre Sergio Pininfarina hat den Zeichenstift geführt, geradlinig und doch mit seinem typischen Schwung. Wenn’s geht, bitte mit mehr Stahlblech unterm Lack als Rost, lautet der Auftrag. Und am liebsten mit cognacfarbenen Ledersitzen. „Jeder Traum funktioniert anders“, sagt Marcus Findeisen.